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Chronik

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Die Gründerjahre
Der heutige Turn- und Sportverein Hipstedt e. V. wurde als
Turnverein Hipstedt im Jahre 1921 gegründet. Als Gründer und als erster
Vereinsvorsitzender gilt Karl Juilfs.
Die Problematik der geschichtlichen Aufarbeitung der Gründerjahre besteht
darin, daß es keine Aufzeichnungen aus dieser Zeit mehr gibt. Das erste
Protokollbuch mit dem Gründungsprotokoll soll laut mündlicher
Überlieferung bei einem Hausbrand vernichtet worden sein. Das zweite
Protokollbuch existiert noch, ist jedoch unvollständig und beginnt mit
Seite 7 bzw. dem Schlußteil der Niederschrift über die 63.
Mitgliederversammlung, der Generalversammlung im Dezember 1928.
Wie lange Karl Juilfs sein Amt innehatte, kann nur vermutet werden.
Sicher ist, daß er irgendwann zwischen 1921 und 1928 nach Paraguay
auswanderte; bei der o. a. Generalversammlung jedenfalls wurde schon
Heinrich Döscher als Vereinsvorsitzender durch Wiederwahl bestätigt.
Der Name des Vereinsgründers erscheint noch ein paar mal im Protokollbuch.
Im Dezember 1930 beschließt man, dem „Ehrenvorsitzenden“ Karl Juilfs einen
Brief mit „schönen Turnergrüßen“ nach Paraguay zu senden. Dieser Brief
wird im Mai 1931 beantwortet. Im Juli 1932 einigt sich die Versammlung
darauf, Karl Juilfs eine Urkunde zur Silberhochzeit zu schicken. Das
letzte Lebenszeichen von Karl Juilfs taucht im September 1932 auf, als
sein Brief verlesen wird, in dem er dem Verein seine Grüße übermittelt und
berichtet, daß es ihm in Paraguay gut erginge. Danach verliert sich seine
Spur.
Obwohl in Deutschland, und auch wohl in Hipstedt, die Zeiten damals alles
andere als rosig waren, fand ein durchaus reges Vereinsleben statt.
Der Turnverein war ordnungsgemäß angemeldet und besaß alle, auch
größtenteils heute noch gültigen Vereinsorgane wie: 1. und 2.
Vorsitzender, 1. und 2. Kassenwart, 1. und 2. Schriftwart, 1. und 2.
Turnwart, 1. und 2. Gerätewart, 1. und 2. Spielwart.
Gemeinsinn war angesagt. Fast monatlich fanden Mitgliedsversammlungen
statt, wo alle anfallenden Probleme, Fragen, Aktivitäten,
Mannschaftsaufstellungen und sonstige zu fällenden Entscheidungen
gemeinsam erörtert und diskutiert wurden. Erstaunlich, und für heutige
Zeiten kaum vorstellbar ist, wie viele Mitglieder -
im Verhältnis zur Größe des
Vereins - bereit waren, Ämter und
Aufgaben zu übernehmen, sei es als Funktionär im eigenen Verein, durch
Mitarbeit bei Veranstaltungen, als Abgeordneter bei Tagungen, als aktiver
Sportler oder als Kampfrichter. Dieses scheint jedoch charakteristisch für
diese Epoche zu sein. Der Sozialstaat in der heutigen Form existierte noch
nicht und die beherzten, mutigen Leute von damals waren es gewohnt, für
ihre gesteckten Ziele einen entsprechenden Einsatz zu bringen; geschenkt
wurde ihnen nichts.
Aus diesem Zusammengehörigkeitsgefühl heraus ist wohl auch das Bestehen
des Vereins in diesen harten Zeiten zu begründen. Trotz wirklich nicht
optimaler Bedingungen war man immer in der Lage, das Vereinsschiff
flottzuhalten.
Woraus bestand nun das Vereinsleben der Gründerjahre?
Als erstes ist natürlich der Sport zu nennen, doch auch gesellige
Veranstaltungen verschiedenster Art gehörten wie selbstverständlich dazu;
oft war es eine Kombination aus beidem.
Ein Freizeitangebot war kaum vorhanden, und so wurde Geselligkeit
großgeschrieben. Kaum eine Versammlung, bei der nicht über Festivitäten
wie Osterball, Pfingstball, Silvesterball, Himmelfahrtswanderung,
Sommerfest oder ähnlich gelagerte Veranstaltungen gesprochen und
beschlossen wurde. Oftmals waren diese Bälle von sportlichen Aktivitäten
wie Freiübungen und Geräteturnen, Saalspielen usw. untermalt. Es war eine
Selbstverständlichkeit, daß zum Schluß von Mitgliederversammlungen Lieder
gesungen wurden. 1929 gründete sich innerhalb des Vereins sogar eine
Mundharmonikagruppe, die bei verschiedenen Anlässen aufspielte.
Die sportliche Betätigung dieser Zeit bestand aus
regelmäßigen Turnabenden mit Freiübungen und Geräteturnen,
Leichtathletikveranstaltungen mit Weitwurf, Speerwurf, Hoch- und
Weitsprung, Kugelstoßen, Laufwettbewerben usw., sowie den damals
typischen Ballsportarten Schleuderball und Faustball. Spielfeste wurden
veranstaltet und in Nachbarorten besucht. Hier ergänzte man das schon
erwähnte Sportprogramm durch verschiedene Wettbewerbe wie Schleuderball,
Weitwurf, Tauziehen und Schlagballspiele. Diese Spielfeste wurden
natürlich fast immer mit einem Tanzvergnügen am Abend beschlossen. 1929
wagte man sich an einige Übungsspiele im Feldhandball heran, der
Handballsport fasste jedoch keinen Fuß in Hipstedt. Der größte
dokumentierte sportliche Erfolg aus dieser Zeit ist die Erringung der
Gaumeisterschaft in der Schleuderball-A-Klasse 1931 in Speckenbüttel.
Ein Höhepunkt des Sportjahres waren immer die durchgeführten
Fahrradtouren. Diese Touren hatten es in sich, denn man steuerte Ziele
wie Worpswede, Blexen oder Stade an, was auf schlechten Wegen und
Straßen wahrlich kein Zuckerschlecken darstellte, zumal auch die
Fahrräder der damaligen Zeit sicherlich nicht mit den heutigen zu
vergleichen waren. Aber auch hier, wie bei fast allen anderen
Veranstaltungen und Unternehmungen, bestand für die Mitglieder die
Pflicht zur Teilnahme.
Bemerkenswert ist, wie der Verein sich auch ohne größere Geldmittel
(1929 wurden z. B. Einnahmen in Höhe von 274,00 RM ausgewiesen)
behaupten konnte, ja, sogar noch mit Überschuß arbeitete. Damit sich
diese Gewinne weiter auszahlen sollten, wurden sie zum Teil mit
monatlicher Kündigungsfrist bei der Städt. Sparkasse festgelegt. Die
Jahresbeiträge dieser Zeit lagen wechselnd zwischen 2,00 und 4,00 RM.
Zur besseren Vereinsbuchführung führte man 1931 Mitgliedskarten ein, auf
denen die jeweilige Beitragskassierung quittiert wurde.
Großen Wert legten die Turnfreunde auf Pflichterfüllung und Disziplin,
und es war keine Seltenheit, daß Strafen bis hin zum Vereinsausschluß
ausgesprochen wurden. Die Neuaufnahme von Mitgliedern bedurfte eines
Versammlungsbeschlusses, und des öfteren wurde dem Beitritt erst nach
längerer Diskussion zugestimmt.
Allmählich etablierte sich der Verein und war aus dem dörflichen Leben
in Hipstedt bald nicht mehr wegzudenken.
Die dreißiger Jahre
Es kamen die dreißiger Jahre, und damit begann das
dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Das bittere Ende dieser
Epoche ist hinlänglich bekannt, und auch unser Verein konnte sich den
Einflüssen der damaligen Zeit nicht entziehen. Der Vorsitzende wird in
den folgenden Jahren als „Deutscher Vereinsführer“ bezeichnet, und, ganz
dem diktatorischen Stil der damaligen Zeit folgend, wurden im Rahmen der
sogenannten „Gleichschaltung“ die Vorstandsmitglieder nicht mehr
gewählt, sondern durch den Vereinsführer bestimmt. Zum Programm der
Turnvereine gehörten alsbald Wehrsportübungen unter der Oberleitung des
Gauwehrwartes. Es war „erwünscht‘, daß sich die Turnerjugend der
„Hitlerjugend“ und dem „Bund Deutscher Mädchen“ anschloß. 1935 übernahm
man die Einheitssatzung aller Vereine, die dem „Deutschen Reichsbund für
Leibesübung" angeschlossen waren.
Dann schlugen die Wellen des Krieges über Deutschland, und somit auch
über Hipstedt zusammen. An ein geordnetes Turnvereinsleben war natürlich
nicht mehr zu denken. Die letzte ordentliche Mitgliederversammlung fand
am 6. Januar 1940 statt, danach ruhten alle Vereinstätigkeiten sechs
Jahre lang, ohne daß der Verein jedoch aufgelöst worden war. Bei der
letzten Versammlung trat Heinrich Döscher sein Amt als Vereinsführer an
Hinrich Hasselbusch, seinen bisherigen Stellvertreter, ab, übernahm aber
nun seinerseits das Amt des Stellvertreters.
Der Neubeginn
Am 16. März 1946 war es dann aber wieder Heinrich
Döscher, der die erste Versammlung nach dem Kriege leitete. Der
Turnverein hatte natürlich viele Opfer zu beklagen, gleichzeitig stand
aber auch eine große Zahl Heimatvertriebener bereit, die Grundlage für
ein neues, geregeltes Vereinsleben zu schaffen.
Die Versammlung kam einer völligen Neuauffrischung der Turnerschaft
gleich. 22 Personen erklärten ihren Eintritt; der Grundstein für das
Fortbestehen des Vereins war gelegt. Erster Vereinsvorsitzender nach dem
Kriege wurde Walter Busmann. Wiederbegründer Heinrich Döscher übernahm
erneut das Amt des 2. Vorsitzenden.
Die ersten Jahre nach der Wiederbegründung standen im Zeichen einer
gewissen Unruhe. Man wußte nicht so recht, wie es weitergehen sollte.
Die ganz große Einigkeit war noch nicht vorhanden. Als Grund kann man
vielleicht die vielen Neu-Hipstedter sehen, die aus allen Gegenden
Deutschlands nach Hipstedt verschlagen worden waren, und die nun
praktisch als „Eindringlinge“ in die bestehende Dorfgemeinschaft
dastanden. Alleine in den ersten sieben Jahren nach der Neuauffrischung
hatte der Verein fünf verschiedene Vorsitzende, zeitweise stand sogar
die Auflösung zur Debatte. Aber auch diese Krisenzeit wurde überwunden,
und natürlich bildete letztlich der Sport und andere Veranstaltungen
den Mittelpunkt des Vereinslebens.
1946 wurde die Fußballabteilung, in den nächsten Jahren und Jahrzehnten
der wichtigste Stützpfeiler des Vereins, gegründet. Ein Jahr später
wählte man mit Klaus Schröder erstmals einen Damensportwart. Ebenfalls
1947 fand die erste Maskerade auf Köster‘s Saal statt. Eine
Theatergruppe unter Leitung von Alfred Behnke wurde innerhalb des TuS
Hipstedt ins Leben gerufen. Diese Gruppe spaltete sich jedoch schon ein
halbes Jahr danach vom Hauptverein ab. Friedrich Döscher gründete 1947
eine Handballabteilung, die auch einige recht erfolgreiche Übungsspiele
bestritt, sich letztlich in Hipstedt jedoch nicht durchsetzen konnte und
wieder aufgelöst werden mußte.
Die erste Frau im Vorstand des TuS Hipstedt war Meta Nehring, die 1948
als Jugendpflegerin eingesetzt wurde. Um Geschlossenheit nach außen hin
zu dokumentieren, beschaffte der Vorstand 1950 erstmals Vereinsnadeln,
die mit Stolz getragen wurden. Der bis dahin eigenständige
Tischtennisverein gliederte sich 1951 in den TuS ein, um an Punktspielen
teilnehmen zu können.
Die Zeit des Wirtschaftswunders
Aufbauzeit war angesagt, und das traf auch auf den noch
jungen Verein der Nachkriegszeit zu. Der TuS befand sich in einer Phase
der Selbstfindung. Das relativ stabile Standbein Fußball dominierte das
Sportgeschehen einerseits, auf der anderen Seite machten Hipstedts
Sportler aber auch immer wieder in anderen Sportarten auf sich
aufmerksam. So gab es schöne Erfolge in der Leichtathletik, im
Tischtennis und sogar im Schwimmen (1954 belegte z. B. Lothar Kühnemund
beim Kreis-Turn- und Sportfest in den Disziplinen Schwimmen und
Weittauchen erste Plätze).
Mit dem einsetzenden Wirtschaftswunder stiegen allmählich auch wieder
die Ansprüche der Menschen im Land und somit auch die der Mitglieder
unseres Vereins. Der TuS Hipstedt nahm neue, feste Strukturen an und
stellte so die Weichen für die sechziger Jahre. Ab 1954 war der Posten
des Sozialwartes besetzt, und ab 1956 wurde der Karneval nach etlichen
losen Veranstaltungen wie Kappenfesten und Maskeraden eine feste Sparte
des Vereins.
Der alte, sandige Sportplatz im Hinzel, der heutige
„Abenteuerspielplatz“, war das Zentrum des Hipstedter Sportgeschehens.
Aber gerade diese traditionelle Arena wurde schon bald zum Sorgenkind,
denn sie war einfach nicht mehr zeitgemäß. Die viel zu kleinen
Abmessungen, die weit ausladenden Baumkronen, die fehlende Grasnarbe und
die fehlenden Umkleideräume veranlaßten die Verantwortlichen, die
Planungen für eine neue Sportstätte anzugehen.
Der neue Sportplatz entstand Ende der fünfziger Jahre mit Unterstützung
vieler Helfer, der Gemeinde und des Vereinswirtes, der das Gelände zur
Verfügung stellte, und wurde "Karl-Juilfs-Platz", nach dem
Vereinsgründer, benannt. Die feierliche Platzeinweihung erfolgte am 26.
Juli 1959.
Etwa zur gleichen Zeit wurde auch der Plan zur
Anschaffung einer neuen Vereinsfahne geboren. Die ursprüngliche Fahne
war nach Kriegsende von Besatzungssoldaten entwendet worden. In einer
beispiellosen Spendenaktion konnten innerhalb kürzester Zeit über
1.000 DM gesammelt werden, eine sehr große Summe für die damalige
Zeit. Vom Verein war nur ein vergleichsweise kleiner Betrag in Höhe
von 52 DM zu tragen. Am 15. Mai 1960 fand unter Teilnahme vieler Gäste
die Fahnenweihe bei Tönjes unter den großen Eichenbäumen statt
Da zu einem neuen, schönen Sportplatz auch vernünftige
Umkleideräume gehören, nahm man auch dieses Projekt zügig in Angriff.
Nach Überwindung einiger Schwierigkeiten in der Finanzierung konnten
die neuen Räumlichkeiten 1964 ihrer Bestimmung übergeben werden. Das
Umkleidegebäude gehörte damals zu den modernsten im gesamten Kreis,
und die Verantwortlichen konnten zu Recht stolz sein auf ihr Werk,
waren doch fast alle Arbeiten durch Eigenleistung erledigt worden.
Der Turn- und Sportverein Hipstedt war für die siebziger Jahre
gerüstet.
Die schnellebigen siebziger
und
achtziger Jahre
Mit Voranschreitung des 20. Jahrhunderts und der
Rasanz des technischen Fortschrittes wurde die Zeit immer
schnellebiger. Und wie immer färbte das alltägliche Dasein auch auf
die Entwicklung des TuS Hipstedt ab. Während das Vereinsschiff in
den bisherigen fünfzig Jahren seines Bestehens eher gemächlich
dahingedümpelt war und sich langsam aber stetig weiterentwickelte,
waren die siebziger und achtziger Jahre geprägt von zahlreichen
einschneidenden Ereignissen in schneller Folge.
1970 wird der TuS Hipstedt zum „e. V.“ (eingetragener Verein), eine
neue Satzung muß erarbeitet werden, und der jeweilige
„Geschäftsführende Vorstand“ (1. und 2. Vorsitzender) wird seitdem
beim Amtsgericht Bremervörde in das Vereinsregister eingetragen. Der
TuS Hipstedt e. V. ist nun, juristisch gesehen, eine Rechtsperson.
Der Vorstand wird in nächster Zeit immer für fünf Jahre gewählt, eine
Regelung, die aber bald wieder abgeschafft wird, da sie sich nicht
bewährt hat.
1971 begeht der TuS sein fünfzigjähriges Jubiläum. Es finden an zwei
Tagen Sportwettkämpfe und ein gemeinsames Essen mit anschließendem
Festball statt. Als besonderer Clou gilt ein Damenfußballspiel,
damals noch ein sehr seltenes Ereignis.
Um die Beitragskassierung zu erleichtern, wird 1974 das
Abbuchungsverfahren eingeführt. Der Monatsbeitrag beträgt zu diesem
Zeitpunkt 1,50 DM.
In den siebziger Jahren fanden auch endlich mehr Frauen und Mädchen
den Weg in den Verein. Mehrere Karnevalstanzgruppen bildeten sich,
1972 folgte die erste Frauengymnastikgruppe.
Durch die Zusammenlegung der Landkreise Rotenburg und Bremervörde,
und der nachfolgenden Verschmelzung der beiden Kreis-Sportbunde,
wurden die Wege länger. Kreis-Sporttage, Vorsitzendertagungen,
Kreis-Frauentreffen, Kreismeisterschaften, Kreis-Turn- und
Sportfeste, Kreis-Kinder-Turn- und Sportfeste und
Meisterschaftsspiele auf Kreisebene bedeuten für Hipstedt´s Sportler
und Vereinsfunktionäre aufgrund der ungünstigen geographischen Lage
Hipstedts an der Nordgrenze des Großkreises Rotenburg/ Wümme weite
Anfahrten von bis zu 95 km. Der Verein kommt seinen Verpflichtungen
aber auch in dieser Hinsicht regelmäßig nach und glänzt fast nie
durch Abwesenheit.
Einen ganz wichtigen Schritt für den TuS Hipstedt bedeutete 1978 die
Erstellung der Turnhalle für den Spielkreis-, Schul- und
Vereinssport. Endlich konnten auch die typischen Hallensportarten
angeboten und betrieben werden.
Die Folge war ein sprunghaftes Ansteigen der Mitgliederzahlen. Im
Jahre 1977 zählte der TuS Hipstedt ca.150 Mitglieder; innerhalb von
fünf Jahren bis zum Jahre 1982 hatte sich diese Zahl mit ca. 300
verdoppelt - 1989 gehörten dem TuS dann schon über
400 Personen an.
Durch sogenannte Hallenwerbenachmittage, die hervorragend von der
Bevölkerung angenommen werden, gibt der TuS Hipstedt in regelmäßigen
Abständen Einblick in die diversen Aktivitäten in der Turnhalle.
1979 wurde eine Volleyballabteilung gegründet, die sich mit je einer
Damen- und Herrenmannschaft mit gutem Erfolg an den Punkt- und
Pokalspielen des Verbandes beteiligte. Die Herrenmannschaft schaffte
1985 verlustpunktfrei den Aufstieg in die Bezirksklasse. Die
Abteilung, die von Wilfried Ehlers, Dieter Herrmann und Thomas
Friedrichs geleitet wurde, mußte nach sieben Jahren wegen
Spielermangels leider wieder aufgelöst werden.
Als einer der ersten Vereine im Nordkreis erstellte der TuS Hipstedt
1980 eine Überdachung am Karl-Juilfs-Platz und bewies damit einmal
mehr Pioniergeist.
1981 beschloß man eine Ehrenordnung, die die
Verleihung der goldenen, silbernen und bronzenen Ehrennadel,
sowie die Ernennung zum Ehrenmitglied regelt. 1984 glich man die
bis dahin geringeren Frauenbeiträge denen der Männer an, da durch
den Bau der Turnhalle auch die weiblichen Mitglieder nun ein
breites Sportangebot wahrnehmen können.
Der 1983 eingeweihte, gemeindeeigene Sportplatz hinter der
Turnhalle bedeutet einen weiteren wesentlichen Schritt zur
Verbesserung der sportlichen Bedingungen des Vereins. Zunächst
noch ziemlich feucht, präsentiert sich der Platz nach der
Drainierung im Jahre 1989 in hervorragender Verfassung.
Ein sehr bedeutendes Jahr war auch 1988. Die im Vorjahr gegründete
Tennisabteilung nahm ihren ersten Tennisplatz in Betrieb, und auf
dem Karl-Juilfs-Platz wurden eine 16.000-Watt-Flutlichtanlage
sowie zwei Ballfangzäune errichtet. Endlich konnten die Fußballer
auch Flutlichtspiele durchführen und in der dunklen Jahreszeit
optimal trainieren.
Ein Jahr später folgten die 100-m-Laufbahnen und die
Weitsprunganlage auf dem Gemeindesportplatz, so daß auch wieder in
begrenztem Umfang Leichtathletik betrieben werden konnte. Sie sind
auch Auslöser für den kurz darauf ins Leben gerufenen
Sportabzeichenstützpunkt in Hipstedt.
Trotz der umfangreichen Aktivitäten auf sportlichem Sektor kam
aber auch nicht die Geselligkeit zu kurz. Plattdeutsche
Theaterstücke, Weihnachtsbälle, Sportlerbälle und die vielen
Abteilungsfeiern zu Weihnachten oder zu Saisonschluß gehörten
regelmäßig zum Erscheinungsbild des TuS Hipstedt. Zum
gesellschaftlichen Höhepunkt des Jahres hatten sich die
Karnevalsveranstaltungen entwickelt, und der absolute Renner war
ab Ende der achtziger Jahre das jährliche Tanzturnier für
karnevalistische Tänze.
Der TuS Hipstedt
auf dem Weg ins 21. Jahrhundert
Mit unvermindertem Tempo ging es in die neunziger
Jahre. Der Verein reagiert auf das geänderte Freizeitverhalten der
Menschen und geht neue Wege. Um konkurrenzfähig zu bleiben, bildet
sich eine Allianz der fünf Sportvereine der Samtgemeinde
Geestequelle. Zwar wird immer noch in vielen Bereichen der „Verein
an der Ecke“ alter Prägung gelebt, doch muß man auch der Mobilität
und der Einstellung der Mitglieder Rechnung tragen, die ein
neues, attraktiveres Angebot wünschen.
Ab 1990 finden in regelmäßigen Abständen Treffen der Vorstände der
Vereine TSV Basdahl/Volkmarst, TuS Alfstedt, TSV Ebersdorf, TSV
Oerel/Barchel und TuS Hipstedt statt, die auch bald mit
beachtlichen Ergebnissen aufwarten können. So wird vereinbart, daß
Sportler das Angebot eines anderen Geestequelle-Vereins
beitragsfrei nutzen können, wenn keine Möglichkeit besteht, diese
Sportart in seinem Heimatverein ausüben zu können. Ferner wird in
einem gemeinsamen Antrag durchgesetzt, daß die Samtgemeinde je einem Verein eine dritte Wochenstunde (bisher zwei) der
Kreissportbund-Lehrkräfte bezuschußt, was in erheblichem Maße der
Jugendarbeit zu Gute kommt.
Als ganz wesentlicher Punkt muß auch das Vorantreiben der Planung
für den Bau einer Großraumsporthalle und einer
Leichtathletik-C-Anlage angesehen werden, wobei die
Vereinsvorstände stellvertretend für über 3.000 organisierte
Sportvereinsmitglieder mit einer Stimme sprechen.
1991 organisierten die Samtgemeindevereine erstmals eine
gemeinsame Großveranstaltung, als in Ebersdorf die
Bezirks-Waldlaufmeisterschaften durchgeführt wurden. Die
Organisation dieses Laufereignisses wurde von den übergeordneten
Verbänden einhellig in höchsten Tönen gelobt.
Aber auch im Stammverein TuS Hipstedt tat sich einiges.
Das Umkleidegebäude erfuhr von 1990 bis 1991 eine komplette
Renovierung. Nachdem es 1981 schon neu verfliest worden war,
erhielt es jetzt ein neues Dach, einen neuen Schiedsrichterraum,
eine neue Warmwasserbereitungsanlage und eine neue
Klinkerfassade. Außerdem wurden die Kellerräume komplett neu
umgebaut (nur noch eine Außentür).
1992 erstellte die Tennisabteilung ihr
Tennisheim, und an die Turnhalle wurde ein neuer Geräteraum
angebaut, so daß jetzt alle Einrichtungsgegenstände der Halle,
wie z. B. die Tischtennisplatten, problemlos untergebracht
werden können. Ein Jahr später, 1993, entstand der zweite
Tennisplatz.
Mit der Verbesserung des Sportangebotes, vornehmlich auch für
die Jugend, wie Eltern- und Kind-Turnen, Turnen im
Vorschulalter, Fußball F- und E-Jugend und Kinder-Tanzgruppen
stiegen die Mitgliedszahlen weiter. 1994 konnte mit Phil Abel
das 500. TuS-Mitglied begrüßt werden; ein „Meilenstein“ in der
Geschichte unseres Vereins.
Mit seinem Sportangebot versucht der TuS, schon in jungen Jahren
den Grundstein für ein Vereinsgefühl bei den Jugendlichen zu
legen, damit aus diesen Gruppen einmal die Verantwortlichen der
Zukunft heranwachsen können.
Auch das Jahr 1995 brachte noch ein paar bemerkenswerte
Ereignisse. Am Gemeindesportplatz wurde in einer Breite von 20 m
ein stabiler Unterstand errichtet, so daß die Besucher jetzt
auch bei schlechtem Wetter den Spielbetrieb trockenen Fußes
verfolgen können.
In Oerel entstanden mit der Ballspielhalle und der
Leichtathletik-C-Anlage die lange gewünschten Sportanlagen, die
allen Samtgemeindevereinen zur Verfügung stehen.
Diese Sportstätten sollen mit dazu beitragen, daß die Vereine
der Samtgemeinde noch näher zusammenrücken. Die Vereine, und
somit auch unser TuS Hipstedt, werden Perspektiven für das
nächste Jahrhundert haben. Neue Sportarten können Einzug halten
und gemeinsam von allen betrieben werden.
Als vorbildlich ist die schon voll funktionierende
Spielgemeinschaft (SG) Geestequelle im Jugendfußball anzusehen.
Im Anfangsstadium befinden sich die Sportarten Basketball und
Hallenhockey, geplant ist außerdem eine
Leichtathletikgemeinschaft. Andere, zusätzliche Sportarten,
müssen sich im Laufe der Zeit entwickeln.
Die baulichen Voraussetzungen im örtlichen und überörtlichen
Bereich sind geschaffen. Sie mit Leben zu erfüllen, ist nun in
erster Linie Sache der Sportler.
Gebraucht und gesucht werden in Zukunft Leute mit neuen Ideen
und dem nötigen Ehrgeiz, die diese Ideen mit Schwung, Elan und
Idealismus in die Tat umsetzen.
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